Nie mehr die Lieblingsserie oder ein Fußballspiel verpassen,
mobiles Fernsehen via Handy macht es möglich. Theoretisch. In der Praxis hat das mobile Fernsehen allerdings noch mit vielen
Problemen zu kämpfen, so dass von einem Durchbruch bislang nicht die Rede sein kann.
Auch wenn Handy-Displays immer größer und hochauflösender ausfallen, einen großformatigen Flachbildfernseher werden sie niemals ersetzen können. Aber das vielleicht größte Problem, das bei der erhofften Zielgruppe für reichlich Verwirrung sorgt, verbirgt sich hinter Kürzeln wie DMB, DVB-H, DVB-T oder UMTS-TV.
Verschiedene Formate konkurrieren darum, sich als einziger Standard für das Handy-TV durchzusetzen. Allen Technologien gemein ist die Tatsache, dass das Handy den jeweiligen Standard unterstützen muss. DVB-T empfangen kann nur, wer ein Handy mit DVB-T-Empfänger besitzt usw.
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Das LG HB620T, das erste in Deutschland verfügbare DVB-T
Handy (© LG)
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Die verschiedenen Standards im Überblick:
DMB (Digital Multimedia Broadcasting) konnte im Formatkrieg nicht bestehen. Im Mai 2008 wurde das TV-Angebot eingestellt.
DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handheld), eine abgespeckte Version der für konventionelles Fernsehen verwendeten DVB-T-Technik, könnte eine bessere Zukunft beschert sein. In Deutschland ist DVB-H im Juni 2008 in den Testbetrieb gegangen, u.a. mit TV-Sendern wie ARD, ZDF, RTL, Sat.1, Pro7 und den Nachrichtenspezialisten N24 und n-tv. Da immer mehr Handys aber den DVB-T Standard unterstützen, kam DVB-H über den Testbetrieb bislang nicht heraus und wird zur Zeit nicht verwendet.
DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terrestrial) ist in großen Teilen Deutschlands frei empfangbar und könnte DVB-H gefährlich werden. Lange galt DVB-T für Handys aufgrund der großen Datenströme als zu stromfressend, da der Standard ja eigentlich für den TV-Gebrauch gedacht ist, während bei DVB-H die zu übertragenden Datenmengen viel kleiner sind, weil die Inhalte komprimiert, also auf die kleinen Handy-Bildschirme angepasst werden. Dieses Problem scheint behoben zu sein, zumindest sind erste Handys mit DVB-T-Empfänger pünktlich zur Fußball-EM 2008 in den Handel gekommen.
Insgesamt scheint sich also DVB-T auch für Handys durchzusetzen, obwohl es bislang nur wenige Geräte gibt, die überhaupt mobiles Fernsehen unterstützen.
Alternativ zu den digitalen Rundfunknetzen DVB-H und DVB-T könnte sich das mobile Fernsehen auch über das UMTS-Mobilfunknetz realisieren lassen. Ähnlich wie man es aus dem Internet kennt, werden über UMTS audiovisuelle Inhalte für Handys als Streams empfangen, d.h. die Videos können schon während der Übertragung angeschaut werden. Man kann die Videos aber auch vollständig herunterladen und erst dann anschauen. Anfangs wurden über UMTS nur eigens für Handys produzierte Kurzvideos angeboten – mit echtem Handy-TV hatte das wenig zu tun. Inzwischen können aber auch wesentlich größere Videodateien, z.B. auch TV-Serien in voller Länge, empfangen werden.
Mittlerweile bietet T-Mobile UMTS-Fernsehen in verschiedenen Paketen an. So kann man einige private TV-Sender wahlweise pro Tag oder monatsweise abonnieren und über die UMTS-Verbindung genießen. Auch Fußball-Live-Übertragungen auf das Mobiltelefon gibt es gegen entsprechende Gebühren.