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5.4. PDA-/ Smartphones: Das Büro im Taschenformat

Mobiles Office: Das T-Mobile Ameo (© T-Mobile)

Egal wie man das mobile Büro für die Hemdtasche nennen mag, ob Smartphone oder PDA-Phone, es ist in jedem Fall um einiges vielfältiger als ein herkömmliches Mobiltelefon. Während Geschäftsleute früher zwei Geräte für die Büro- und Datenkommunikation benötigten – ein Handy und ein PDA (Personal Digital Assistent) – macht ein Smartphone ein zusätzliches Gerät zur umfangreichen Termin-, Kontakt- und Office-Verwaltung überflüssig.

Die Rufnummern sowie dazugehörige Notizen und Adressen von mehr als tausend Kontakten kann ein Smartphone verwalten. Eine ordentliche Suchfunktion und Schnellwahloptionen für häufig verwendete Rufnummern dürfen bei einer Kontaktdatenbank dieser Größe natürlich nicht fehlen. Zudem sollten sich Einträge in der Kontaktdatenbank als auch im Kalender vermerkte Termine und Aufgaben problemlos mit dem Adressbuch und Kalender auf einem anderen Gerät (z.B. PC) synchronisieren, d.h. abgleichen lassen. Das ist Aufgabe der PIM-Funktion: Der "Personal Information Manager" sorgt also dafür, dass auf dem Smartphone vorgenommene Änderungen im Kalender oder Adressbuch automatisch auch auf den PC übertragen werden und umgekehrt.

Desweiteren lassen sich auch Word-, Excel-, PDF- und Powerpoint-Dateien auf ein Smartphone übertragen, dort betrachten und teilweise auch bearbeiten. Als Büro im Taschenformat bietet ein Smartphone natürlich auch eine schnelle Internetverbindung via UMTS bzw. HSDPA, immer häufiger auch via WLAN. Dank Push-Funktion landen Emails automatisch auch im Postfach des Smartphones. Eine Software zur Synchronisation mit Outlook ist in der Regel im Lieferumfang inbegriffen.


Das HTC TyTN lässt sich problemlos mit Outlook synchronisieren und die
QWERTZ-Tastatur erleichtert das Schreiben längerer Texte (© HTC)


Das Betriebssystem eines Smartphones ist erheblich flexibler als das eines herkömmlichen Handys. Auf einem Smartphone kann man – ähnlich wie auf einem PC – je nach Bedarf neue Software installieren und die Funktionspalette des Geräts somit erweitern. Die vordefinierte Programmoberfläche klassischer Handys erlaubt höchstens die Installation neuer Java-Spiele. Früher setzten Nokia und Sony Ericsson bei ihren Smartphones (z.B. Nokia E90 Communicator, Sony Ericsson P990i) auf das Betriebssystem Symbian OS. Heute gibt es eine ganze Reihe verschiedener Betriebssysteme. Windows Mobile von Microsoft bietet eine sehr gute Unterstützung von Office-Funktionen, ist aber bislang eher langsam. Wartezeiten sind selbst bei den schnellsten Handyprozessoren die Regel. Deshalb hat Microsoft die Weiterentwicklung von Windows Mobile mittlerweile eingestellt. Das neue Windows Phone 7 ist dagegen wesentlich schneller und bedienfreundlicher, hat jedoch bislang noch Schwächen in Sachen mobiles Internet. Da Microsoft sehr hohe Mindestanforderungen an die Hardware für Windows Phone stellt, kommt das System bislang nur auf Smartphones der oberen Preisklasse zum Einsatz. Dafür ist ein Windows Phone 7 Handy garantiert ein technisches Highlight. Leider unterstützt das neue Betriebssyystem generell keine Speicherkarten so dass die entsprechenden Handys auch keinen entsprechenden Slot haben. Googles Handybetriebssystem Android ist am weitesten verbreitet und bietet in allen Bereichen sehr viel Komfort. In seiner "nackten" Form ist es allerdings nicht sehr ansehnlich, so dass fast alle Hersteller dem System eine eigene Bedienoberfläche "überstülpen". Die führenden Smartphone-Hersteller Samsung und HTC haben Handys mit verschiedenen Systemen im Programm. Vereinzelt findet man noch das Betriebssystem Palm OS, das seinen Ursprung im PDA-Bereich hat. Apple setzt beim iPhone auf ein eigenes Betriebssystem. Samsung hat auch Handys mit dem eigenen bada-Betriebssystem im Programm, das ähnlich gut funktioniert wie iPhone OS und Android, aber noch recht wenige Zusatzprogramme (Apps) bietet. Dafür sind Smartphones mit "bada" im Durchschnitt etwas günstiger als vergleichbare Modelle mit Android.

Ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung für ein Betriebssystem ist die Verfügbarkeit von sogenannten Apps (Applications). Das sind Zusatzprogramme, die sich über die entsprechende Internet-Seite direkt auf das Handy laden lassen. Apples App-Store verfügt mittlerweile über mehr als 300.000 Programme, die meist wenige Euro kosten, teilweise aber auch kostenlos sind. Der Android-Store von Google liegt zur Zeit bei über 50.000 Apps. Der Windows Marketplace hat zurzeit ca. 5.000 Zusatzprogramme im Angebot, Samsung Apps in etwa 1.000.

Ausstattungsmerkmale wie eine integrierte Digitalkamera, ein Musik-Player oder gar ein GPS-Empfänger runden den großen Funktionsumfang der Smartphones ab. Einige Hersteller von PDA-Handys verzichten jedoch bewusst auf die Integration einer Kamera, da Geräte, die sich zum Fotografieren eignen, in vielen großen internationalen Konzernen strikt untersagt sind.

Die virtuelle Tastatur des Apple iPhones
(© Apple)

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass Smartphones im Allgemeinen etwas größer und klobiger ausfallen als klassische Mobiltelefone. Schließlich ist das Betrachten komplexer Excel-Tabellen oder das Beantworten umfangreicher Emails nur komfortabel, wenn das Display entsprechend groß und hochauflösend ist. Viele Hersteller setzen daher auf einen Touchscreen, auf dem einfach eine virtuelle Tastatur eingeblendet werden kann. Daneben sind aber auch physische QWERTZ-Tastaturen – natürlich kleiner als die Variante für den PC – keine Seltenheit. Welche Tastatur für einen Zehnfinger-System-Tipper bequemer ist, ist Ansichtssache. Sowohl die virtuelle als auch die QWERTZ-Tastatur im Mini-Format verlangen Fingerspitzengefühl.


   

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