
Mit dem Auslaufen der Sendelizenzen hat Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) zum 1. Mai 2008 den Betrieb seines kommerziellen Handy-TV-Angebots "Watcha" eingestellt. Der Handy-TV-Dienst setzte auf den Übertragungsstandard Digital Multimedia Broadcasting (
DMB), der nun kaum mehr auf eine rosige Zukunft hoffen kann. 2006 wurde das DMB-Pilotprojekt in Deutschland gestartet. Nach nunmehr zwei Jahren sprechen der Mangel an DMB-fähigen Handys und die geringe Akzeptanz durch Konsumenten eine deutliche Sprache.
MFD plane nun eine Neuausrichtung auf den mehr Erfolg versprechenden Standard
DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handhelds, also digitaler Videorundfunk für Handgeräte). Der Handy-TV-Betreiber ist auch am Konsortium Mobile 3.0 beteiligt, welches den DVB-H-basierten Sendebetrieb im Juni, pünktlich zum Start der Fußball-EM, aufnehmen will.
Konkurrenz ist schon im Anmarsch. Sowohl Vodafone als auch T-Mobile wollen den kostenlosen Standard
DVB-T (Digital Video Broadcasting Terrestrial) propagieren. Beide Mobilfunkanbieter haben ab Mai Handys mit integriertem DVB-T-Empfänger im Programm, namentlich das LG HB620T und das Gigabyte GSmart T600.
Update (8. Mai 2008): Flächendeckendes DVB-H zur Fußball-EM unwahrscheinlich
Experten halten es für unwahrscheinlich, dass DVB-H-basiertes Handy-TV pünktlich zur Fußball-EM im Juni 2008 flächendeckend verfügbar sein wird. Da noch nicht alle deutschen Landesmedienanstalten die Frequenzen für das mobile Fernsehen genehmigt haben, ist höchstens mit einem eingeschränkten Sendebetrieb in einigen Städten zu rechnen.